Thema: Soziale Netze

Claudia Klinger am 11. Oktober 2011 — 25 Kommentare

Stell dir vor, es gäbe ein lokales, soziales Netz….

Berlin Friedrichshain, im Jahr 2014, Freitag Nachmittag.

Silvia B. übt seit einem halben Jahr Yoga und denkt beim Blick aus dem Fenster: Tolles Wetter, genau richtig für Draußen-Yoga. Gedacht, getan: „18 Uhr Yoga-Treff auf dem Boxi – wer kommt?“ tippt sie in ihre Statuszeile. Die Meldung ist für Anwohner/innen und Besucher im Umkreis von einem Kilometer lesbar, zudem von allen, die über das Interesse „Yoga“ mit ihr vernetzt sind. Auch auf den thematisch sortierten schwarzen Brettern taucht ihr Anliegen auf – und siehe da: Fünf Leute melden sich, drei davon kennt Silvia schon, einer ist neu und eine Touristin ist auch dabei, die den Vorschlag per Handy mitbekommen hat. Weiter → (Stell dir vor, es gäbe ein lokales, soziales Netz….)

Claudia Klinger am 15. Juli 2011 — 16 Kommentare

Brandrede für freie Pseudonym-Nutzung auf Google+

Diesen Artikel hat plomlompom aka „Christian Heller“ zur uneingeschränkten Weiterverbreitung frei gegeben. Da ich seine Argumente wichtig finde, übernehme ich seine „Brandrede“ auch ins WWMAG.


plomIch ändere meinen Profilnamen bei Google+ jetzt von meinem Personalausweis-Namen in meinen selbstgewählten Netz-Namen um. Ich würde mich freuen, wenn sich mir viele anschließen. Ich würde mich aber auch schon freuen, wenn ihr diese Begründung weiterverbreitet.

Ich habe die Schnauze voll von der Gutsherrenart, mit der Google bestimmt, wie wir uns hier nennen dürfen oder nicht. Fleißig werden Nutzer suspendiert, weil sie es wagen, sich einen anderen Namen zu geben als einen bürgerlich klingenden. Anale Fixiertheit auf „Realnamen“, also auf die Unfälle in unseren Personalausweisen, dieses Verweisen auf staatliche Identitäts-Zertifikate, das war schon das außerordentlich Obrigkeitshörige, was mir im de-Usenet auf die Eier ging. Unsere Sozialräume im Netz sollten mehr sein als nur Erfüllungsgehilfen staatlicher Ordnung, und dasselbe gilt für die Namenswahl. Weiter → (Brandrede für freie Pseudonym-Nutzung auf Google+)

Claudia Klinger am 30. Juni 2011 — 8 Kommentare

Na klar: Google+

Endlich mal ein Ansatz, der zu halten verspricht, was sich viele wünschen: das neue, bisher nur einer begrenzten Teilnehmerzahl zugängliche soziale Netzwerk Google+ (hier ein Demo) könnte die lang erwartete Alternative zu Facebook werden.

Warum? Aus den bisherigen Statements ist zu entnehmen:

  • Weil es einfacher und übersichtlicher ist als FB;
  • Weil sich die Datenschutz-Aspekte viel transparenter und User-freundlicher darstellen;
  • Weil praktisch jeder schon ein oder mehrere Google-Tools nutzt;
  • Weil es schon lange eine Verbindung zwischen den vielen Google-Tools braucht;
  • Weil das Design sehr gelungen ist;
  • weil viele insgeheim von FB genervt sind und lange schon auf eine Alternative warten;

Weiter → (Na klar: Google+)

Claudia Klinger am 26. Juni 2011 — (Kommentare geschlossen)

Gott bewahre uns vor dem Zwangsvergessen im Web!!!

Jeder kennt die von vielen Medien gerne aufgebauschte Klage über das Netz, das angeblich „nichts vergisst“. Peinliche Partybilder, despektierliche Äußerungen, die man öffentlich lieber nicht gemacht hätte – es gibt vielerlei Szenarien, mit denen die German Angst vor dem Internet angefacht wird. Bundesministerin Ilse Aigner forderte im Januar den „digitalen Radiergumme“ für Bilder, und eine Software, die das „ausradieren“ leisten will, gibt es tatsächlich auch schon – zum Glück in einer Form, dass man nicht fürchten muss, dass sie breitflächig zur Anwendung kommt.

Elektrischer Reporter, Folge 6, Part 3

Was für Folgen es haben könnte, wenn diese Form der Internet-Paranoia in Vereinbarungen und Gesetze gegossen würde, zeigt die 6. Folge des Elektrischen Reorters: Bewegte Bilder, eine Drohung und Vergesslichkeit. Es ist der dritte Beitrag der Folge („Uebermorgen TV“). Wer wenig Zeit hat, spult zur 7:50sten Minute vor.

Der Film zeigt spritzig aufbereitete, aber inhaltlich gruslige Visionen über ein kaum mehr nutzbares Web, die leider gar nicht mal sooooo unwahrscheinlich sind. Ein von sämtlichen persönlichen Informationen „gesäubertes“ Netz, das nurmehr Verkaufs- und Unterhaltungskanäle zu bieten hätte – es gibt ja eine Menge Interessenten, die sich genau DAS wünschen.

Ob das allen bewusst ist, die das unbeschränkte Recht des Einzelnen fordern, über alle seine Daten zu bestimmen?

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