Claudia Klinger am 29. März 2016 —

Social-SEO für Blogger

Zum Einstieg ein eigener Social Media Flop: Kürzlich hab‘ ich mit einiger Verwunderung bemerkt, dass ich auf dem deutschen Reddit-Forum nichts mehr posten konnte. Ich war „gesperrt“, mir aber keiner Schuld bewusst, denn ich streite mich nicht, bleibe immer höflich – warum nur hatten die mich gesperrt?

Meine Nachfrage ergab, ich sei durch „Blogspam“ negativ aufgefallen: Viermal eigene Blogartikel dort verlinkt, was laut „Reddiquette“ nicht erwünscht sei. Egal, ob es ein kommerzielles oder – wie in meinem Fall – nonkommerzielles Blog sei.

Ok, meine Schuld, ich hatte diese „Reddiquette“ tatsächlich nicht gelesen, sondern war einfach davon ausgegangen, dass man Blogposts zur Diskussion stellen kann, solange es sich nicht um Werbung handelt. Tatsächlich sind eigene Inhalte allenfalls im Verhältnis 1:10 erlaubt.

Merke: Es ist nicht überflüssig, die jeweiligen Vorgaben für die Teilnahme tatsächlich zu lesen! Und für mich ein Anlass, ein wenig über Social-SEO für Blogger nachzudenken.

socialmedia

Was tun, um in der Masse nicht unterzugehen?

Unter Suchmaschinenoptimierung (engl. „Search Engine Optimization“, abgekürzt SEO) versteht man ursprünglich alle Maßnahmen, die dabei helfen, mit dem eigenen Artikel, dem Blog oder der Webseite in den Suchmaschinen (vor allem bei Google) möglichst weit vorne gelistet zu werden. Die „Sichtbarkeit“ der eigenen Webseite soll so erhöht werden, um nicht in der Masse der um Aufmerksamkeit konkurrierenden Medien unterzugehen.

Ein neues großes Thema in diesem Bereich ist Social-SEO, also Maßnahmen und Methoden, die Erfolge in den sozialen Medien unterstützen und so in der Rückwirkung auch dem klassischen SEO nützen. „Social Media Marketing“ ist mittlerweile ein fester Begriff und Bestandteil vieler Marketing Strategien, doch auch wenn man nichts verkaufen, sondern lediglich gelesen werden will, ist die Sache einen Blick wert.

Es ist ja nicht zu leugnen: Facebook und andere Netzwerke werden immer bedeutender, von daher ist es wichtig, diese sozialen Netzwerke gezielt mit in die eigenen Aktivitäten einzubinden. Man wartet also mit den eigenen Inhalten nicht, bis jemand vorbei kommt und liest, sondern postet die Artikel auch dort, wo sich viele potenzielle Leser/innen aufhalten – vornehmlich als Link mit Anreisser, nicht als ganzen Artikel! Schließlich wollen wir, dass die Lesenden das Blog besuchen, auch wenn FB und Co. sich das mittlerweile anders wünschen. Es empfiehlt sich allerdings, nicht nur eigene Artikel zu verlinken: Zwar ist das meist nicht verboten wie bei Reddit, aber eben auch nicht sehr kommunikativ!

Social SEO für was?

Die Reichweite einer Webseite gilt als einer der wichtigsten Aspekte des Erfolgs. Ganz sicher stimmt das für alle, die mit Blogs Geld verdienen oder aus anderen Gründen eine möglichst große Leserschaft erreichen wollen. Man tut dann gut daran, in den großen Netzwerken präsent zu sein: Facebook, Twitter, Google+ werden zumeist als Wichtigste benannt, doch sind Video- und Bilder-lastige Communities wie Youtube, Instagramm, Pinterest etc. manchmal sogar wichtiger, gelegentlich auch die beruflichen Netzwerke wie XING und LINKEDIN. (Wie immer kommt das auf die Art der Inhalte an, die man verbreiten will).

Aktivitäten in den sozialen Communities haben mittelbar auch Auswirkungen auf das Ranking bei Google, denn über das Google-eigene Netzwerk Google+ und andere offene Quellen wertet Google diverse Social Media Aktivitäten für eigene Zwecke aus, was für die Platzierung in den Suchérgebnissen durchaus relevant sein kann. Eine schlechte Foursquare-Bewertung kann so zum Beispiel ganz schnell zu einem schlechteren Ranking führen. Viele „Likes“ und Follower sind wiederum ein Signal, dass es sich offensichtlich um einen beliebten Inhalt handelt, eine wichtige Info für den Suchmaschinen-Algorithmus.

Mittels Social-SEO lässt sich also durch Aktivitäten auf Facebook, Instagram und anderen soziale Netzen das Ranking der eigenen Inhalte in den Suchergebnissen verbessern. Doch erfordert eine erfolgreiche Präsenz dort nicht nur möglichst häufiges Posten, sondern ein zum jeweiligen Netzwerk gut passendes Verhalten (also nicht so wie meine „Nutzung“ von Reddit! :-)). Social SEO im engeren Sinne bedeutet zudem auch die intensive Auswertung und Interpretation von Statistiken: Wie wirken sich etwa vermehrte „Likes“ auf der eigenen Facebook-Seite auf das Ranking bei Google und anderen Suchmaschinen aus? Welche Aktionen brachten neue Freunde, Fans, Abonennten bzw. Follower?

Kürzlich stellte ich z.B. fest, dass ein Artikel in meinem Veggie-Blog ca. 10 FB-Fans vertrieben hat: ihnen hat es nicht gefallen, dass ich das vegane Produkt eines Herstellers testete, der ansonsten Wurst- und Fleischwaren vermarktet. Nun bin ich weit davon entfernt, mir meine Themen allein danach auszusuchen, ob sie jemandem gefallen oder nicht gefallen werden. Wer aber mit der eigenen Webseite Geld verdienen will, ist mit solchen Auswertungen gewiss gut bedient.

Man ahnt: Social SEO ist ein weites Feld und kann fast zur Wissenschaft ausarten. Spannend ist es allemal, ein wenig genauer hinzuschauen, welche Maßnahmen welche Wirkungen haben. Inwieweit man sich dadurch beeinflussen lässt, hängt dann von den eigenen Zielen und Motiven ab.

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Wer sich mit SEO selber nicht auseinandersetzen möchte, kann auch eine Agentur beauftragen. Mehr Informationen wie man erfolgreich Social-SEO betreiben lassen kann, finden sich zum Beispiel auf Suchhelden.de. Das dortige Blog informiert über interessante Details aus der SEO-Praxis, die auch für Blogger nützlich sein können!

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