von Claudia Klinger, 24. August 2012, 13:34

Wenn Kommentare nur noch nerven…

… dann hat auch Markus Beckedahl (Netzpolitik.org) mal keinen Bock mehr. Die berechtigte Brandrede über immer rüder und respektloser werdende Kommentare hat offenbar Eindruck gemacht, denn seither geht es auf Netzpolitik gefühlt manierlicher zu. Die vielen Vorschläge zur Verbesserung der Situation in den mittlerweile über 300 Kommentaren zeigten, dass Markus den Nerv vieler Blogger getroffen hat! Eine Zusammenfassung und ein unaufgeregterer Ausblick auf die möglichen nächsten Schritte folgte dann auch gleich am nächsten Tag.

Wer bietet mehr?

Mit dem Artikel “Von Veganern und Android-Nutzern” haute Cashy (Cashys Blog) dann auch gleich in die Kerbe der verfallenden Kommentarkultur. Insbesondere wird hier das Verhalten von Android-Usern kritisiert, die sich mittlerweile aufführen sollen, wie man es an Apple-Fanboys immer kritisiert hat. Den Hinweis von Markus, er habe in acht Blogger-Jahren 133.000 Kommentare lesen müssen, toppt Cashy allerdings mit 220.000 Kommentaren – wow!

Womit ich bei meinem Punkt bin: Der beste, aber nicht unbedingt beliebte Schutz vor nervigen Kommentaren heißt “Small is beautiful”. Mit nur 5300 Kommentaren seit der Umrüstung auf WordPress Ende 2006 ist mein kleines, aber nachhaltiges, 13 Jahre altes Blog “Digital Diary” ein Hort des Friedens und der Harmonie! :-) Klar gibt es kontroverse Meinungen, doch fast nie so etwas wie einen “Schlagabtausch”, bei dem es nur darum geht, andere nieder zu machen. Trolle finden sich höchst selten ein und verlassen alsbald das für sie langweilige Umfeld. (In den meistkommentierten Artikeln kann man sich einen Eindruck verschaffen, wie die Diary-Kommentarkultur aussieht).

Ich behaupte mal: ab einer gewissen Blog-Größe ist es gar nicht mehr möglich, in den Kommentaren sinnvolle Gespräche zu führen. Wenn ich die 212. bin, die etwas zur Sache sagen will, kann ich unmöglich zuvor alle anderen Kommentare lesen. Sich aufeinander beziehen, weglassen, was schon gesagt wurde – diese eigentlich selbstverständlichen Gepflogenheiten sind in der Masse nicht mehr drin. Da gehts dann nurmehr ums “dabei sein” – und die Atmosphäre des Ganzen interessiert nicht mehr.

Trotzdem wünsch ich allen “Alpha-Blogs”, dass sie das Problem irgendwie in den Griff bekommen!

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Mehr dazu:

  • Der Webmaster-Friday befasst sich ebenfalls mit der Kommentarkultur – und zwar wird die Frage beleuchtet “Kommentare beantworten – wie wichtig ist das?”
  • Keine Kommentar - auch Lukas Heinser befasst sich auf “Coffee and TV” mit dem Thema Blogkommentare. Leute, die heute noch kommentieren, seien die letzten treuen Seelen – oder die letzten Irren. Konstruktive Diskussionen seien nicht möglich, weshalb er die Kommentarfunktion gleich ganz geschlossen hat.

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4 Reaktionen zu “Wenn Kommentare nur noch nerven…”

  1. Siegfried

    Eigentlich müsste ich jetzt mal richtig lostrollen. Nur, um Deine statistiken mal ein bisschen durcheinander zu bringen. Leider weiss ich nicht, wie. Anscheinend habe ich da zu wenig Übung :)

    Ich wünsche Dir, dass Deine kleine Insel auch weiterhin Deine kleine Insel bleibt.

    Mein eigenes Blog ist ja selbstgebastelt. Kommentare gehen prinzipiell seit gestern Abend. Mal sehen, wie das wird. Immerhin habe ich bislang noch keinen Spam. Das lässt hoffen, dass ich noch Zeit habe, diese (und andere) Funktionen noch ordentlich zu implementieren. Dein Blog ist ja schon deutlich bekannter. Wenn sich die Trolle bei Dir abwenden, tun sie das hoffentlich bei mir erst Recht :)

  2. Claudia Klinger

    @Siegfried: geht wirklich irre schnell, dein selbst programmiertes Blog! Alle Achtung!

  3. Siegfried

    Vielen Dank.

    Meinst Du die Entwicklungszeit oder die Ladezeit? Ersteres geht mangels Zeit (mir) viel zu langsam, zweiteres ist allerdings schnell. Das ganze System ist auf Flexibilität und Schnelligkeit getrimmt. Und ich hoffe, dass ich bis Jahresende so weit fertig werde, dass es rundum benutzbar ist.

  4. Eingehen auf Blogkommentare

    [...] Webwriting-magazin.de mit wenn Kommentare nur noch nerven [...]

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