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*Standardkonformes Webdesign, das Ästhetik, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit verbindet, kreiert Claudia Klinger Webwork seit 1997.





Code-Editoren
 
*Ulli Meybohms Site bietet den bekannten Code-Editor zum Download. Das schlanke Programm bietet alles, was Einsteiger und auch viele Fortgeschrittene brauchen und ist Freeware, also tatsächlich ohne Wenn & Aber kostenlos.
 
 
 

Für blutige Anfänger:

Steinzeitwerkzeug mit Sinn

Kurzes Pladoyer für erste Schritte mit dem Text-Editor

Soll man heute noch "coden" lernen? Ein Auto muss man doch auch nicht verstehen, um damit zu fahren und Autoren interessiert es nicht, wie ihre Textverarbeitung eine Datei codiert und das Geschriebene am Bildschirm wieder lesbar macht. Winword & Co. bieten mittlerweile gar die Funktion "Export as HTML" und für weitergehende Bedürfnisse bietet der Markt hochentwickelte Werkzeuge, von Frontpage bis Dreamweaver, die als "eierlegende Wollmilchsäue" versprechen, entlegenste Gestaltungsbedürfnisse mit ein paar Mausklicks möglich zu machen. Ganz ohne HTML-Kenntnisse, wozu also noch einen BegriffserklärungTexteditor bemühen?
 
Das Plädoyer für das steinzeitlich anmutende Textwerkzeug richtet sich natürlich nicht an Profis, sondern an Einsteiger, an Lernende und Lehrende. Wer weiß, dass die eigene Arbeit über kurz oder lang den häufigen Umgang mit Webtexten erfordert, womöglich unter wechselnden Programmumgebungen, wird interessiert sein, zumindest die Grundzüge von HTML, der "Sprache des Webs" zu lernen - und die ersten Dateien schreibt man am besten mit einem einfachen Texteditor, z.B. aus dem Windows-Zubehör.
 
Durch die Professionalisierung des Webdesigns ist mehr und mehr der Eindruck entstanden, man könne nicht ohne großen Aufwand an Zeit oder Geld Inhalte in webgerechter Form veröffentlichen. Die Rede vom "Webseiten programmieren" hat sich etabliert und damit auch der Abschreckungsfaktor, der dem Wort PROGRAMMIEREN schon immer anhing, gerade für Leute, die eher mit Texten als mit Technik umgehen. Doch genau wie dereinst lesen & schreiben gehört heute "Medienkompetenz" zu den Schlüsselfähigkeiten, ohne die bald niemand mehr ein Bein auf den Boden der (nicht nur Erwerbs-) Gesellschaft bekommen wird. Millionen neue "User" kommen ins Netz, es ist leicht, dort das Einkaufen zu erlernen. Weniger einfach ist es, z.B. das Web für eigene Publikations- und Kommunikationsinteressen zu nutzen - unabhängig von hilfreichen Kollegen, teuren Fachkräften und wenn es sein muß auch ohne speziellen Web-Editor.
 
Entscheider in Unternehmen sind oft hilflos dem KnowHow ihrer Berater ausgeliefert und müssen ihrer Agentur blind vertrauen, die ihnen sagt, was geht und was nicht und was dieser Aufwand wert ist. Natürlich ist es nicht der Job von Entscheidern, selber Webseiten zu bauen - doch ungefähr wissen, wie das geht, sollten sie schon, um ein eigenes "Feeling" für die Art der Dienstleistung zu entwickeln. Wenn jemand noch niemals Erde umgegraben hat, z.B. weil auf seinem Heimatplaneten Erde nicht vorkommt, wird nicht einschätzen können, was für eine Dienstleistung er in Auftrag gibt, wenn er bei uns einen Garten anlegen lässt. Erst wenn der erste Garten völlig daneben gegangen ist (wie viele erste "Webpräsenzen" von Unternehmen), wird er daran denken, die Sache mal genauer zu erforschen.
 
Natürlich kann und soll niemand, der sich nicht dazu berufen fühlt, in alle Feinheiten des Webdesigns, in die vielfältigen Technologien einsteigen, die mittlerweile dafür zur Verfügung stehen. Ein paar Grunderfahrungen lohnen sich allerdings überproportional, denn der Lerneffekt beschränkt sich nicht auf das Coding, sondern etabliert ein erstes Verständnis vom Web. Erste Schritte mit dem Texteditor bringen nämlich in kürzerer Zeit mehr Durchblick in das, was da vorgeht, als das Lesen langer Texte.
 
Wer dann noch Lust hat, kann es mit etwas mehr Lernzeit locker dahin bringen, selbst Seiten zu bauen, die lesbare Texte und Bilder enthalten, ordentlich verlinkt sind und das Auge nicht beleidigen (auch die Pflege komplexer Webseiten erfordert oft keine fortgeschrittenen Kenntnisse). Dabei dann einen Webeditor einzusetzen, der die Arbeit am Code komfortabel unterstützt, ist selbstverständlich. Oberflächen-Editoren, die per Drag & Drop und Mausklick codefreies Arbeiten zulassen, wird man dann kundig einsetzen, wo sie nützlich sind - und weglassen, wenn sie nur Probleme verursachen, die beim Code-Editing gar nicht erst auftauchen..
 
Lehrende, die sich darauf beschränken, gleich von Anfang an das Webseiten-Verfassen mittels eines solchen WYSIWYG-Programms zu vermitteln, erweisen ihren Schülern einen Bärendienst. Es ist eine unersetzliche Erfahrung, mal zu bemerken, dass eine Webseite nicht durch ein Programm gezaubert, sondern schlicht "geschrieben" wird - in simplen BegriffserklärungASCII-Zeichen, wie sie jeder Editor verwendet. Das Wissen, wie ein konkretes Programm zu bedienen ist, nützt nicht viel, wenn man umsteigen muß, weil die neue Firma vielleicht ein anderes verwendet. Tabellen sind mit Frontpage anders zu formatieren als mit Dreamweaver oder GoLive. In HTML ist es jedoch immer dasselbe und wer weiß, wie es geht, kann zur Not direkt in den Code schreiben, solange die neue "eierlegende Wollmilchsau" noch nicht beherrscht wird.

Claudia Klinger


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