Claudia Klinger am 26. Oktober 2007

Kleine Blog-Rundschau: Highlights im Oktober

Zuerst etwas fürs Auge: Dreht sich die Tänzerin mit dem Uhrzeigersinn oder dagegen? An dieser Frage soll sich festmachen lassen, ob man eher ein kreativer oder rationaler Typ ist. Schönes, recht verblüffendes Experiment! Tipp: mal aus den Augenwinkeln ansehen, dann schafft man die Umkehr der Drehrichtung leichter.

An die Frage „Wie bin ich?“ lässt sich nahtlos die Frage „Will ich das zeigen?“ anschließen. Wer sich das erst nach jahrelanger Internet-Nutzung fragt, erlebt beim googeln des eigenen Namens schon mal Überraschungen, die nicht immer gefallen. MyOn-Id widmet diesem Problem ein eigenes Blog und versorgt alle um ihren Ruf besorgten mit 10 Tipps für das digitale Reputationsmanagement. Tenor: Unliebsame Spuren im Netz mit neuen, positiven Informationen überschreiben. Wer die Tipps berücksichtigt, ist mit dem eigenen „Reputationsmanagement“ schnell umfangreich beschäftigt, gilt es doch, in sämtlichen „angesagten“ Web 2.0-Communities präsent zu sein, die eigenen Profile vorteilhaft zu gestalten und jede Publikationsmöglichkeit zu nutzen, um sich ins „rechte Licht“ zu setzen. Für mich persönlich (!) ist das ein Weg in die falsche Richtung: ich will meine Lebensumstände so gestalten, dass sie zu mir (und meinen Ecken und Kanten) passen – nicht umgekehrt mich so darstellen, dass ich allseits gefalle und ja niemand an irgend etwas Anstoß nehmen kann – wie anstrengend!

Wie man ins Web schreibt, kann auch zur Selbstfindung beitragen. Ich finde es spannend, zu beobachten, wie zum Beispiel Soeren Onez (bürgerlich: Raphael Raue) mit immer neuen Experimenten auf sehr engagierte Weise nach der für ihn „richtigen“ Publikationsform sucht. Sein in der Blogosphäre recht bekanntes Onezblog hat er nach diversen Änderungen einfach eingestellt und ist nun mit dem neuen Projekt „Endlosrekursion“ online. (Lies die ersten Schritte eines Experiments?). Was mir an seinen Unternehmungen auffällt, ist das Streben nach Seriosität, Bedeutung, Relevanz und Qualität – man schaue nur mal auf des Design der Endlosrekursion! Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden, doch schleicht sich immer wieder auch Sörens „andere Seite“ in seine Texte: der lockere Typ, der auf „Du und Du“ mit den Lesern gerne darüber spricht, wie es ihm so geht, wie er die Blogosphäre und manches andere sieht, ohne gleich eine journalistische Meisterleistung vollbringen zu müssen. Ich empfehle: Noch ein Blog! Ein kleines, privates, neben den „ernsthaften“ Projekten her laufendes Blog, in dem diese Seite alleine das Sagen hat – da lese ich auch gerne mit!

Wer schon genau weiß, was und in welcher Form er publizieren möchte, findet in einem neuen Tutorial auf Krusenstern „Zehn Tipps für bessere Weblog-Texte“ , die sich auch mancher Alt-Blogger zu Gemüte führen sollte. Meist handeln die in Blogs kolportierten Tipps und Tricks vom Bemühen, besser gefunden zu werden, von PlugIns und Widgets, von der Platzierung von Werbung und manch anderem Nebenschauplatz, aber allzu selten vom Schreiben, das doch immer noch der Kern des Publizierens ist. Krusenstern schafft Abhilfe: Themenfindung, Recherche, Darstellungsformen, Überschrift, der erste Satz, Textkontrolle – wer sich hier inspirieren lässt, nimmt alles mit, was gebraucht wird, um über den „Häppchen-Stil“ mit geringer Relevanz deutlich hinaus zu wachsen.

Das Schöne am Bloggen ist ohne Frage aber auch, dass eben nicht jeder großen schreiberischen Ehrgeiz entwickeln muss. Blogs ermöglichen beides: anspruchsvolle Publikationen für die Allgemeinheit ebenso wie unterhaltende Interaktionen mit einem „befreundeten“ Publikum. Wo der eine empfiehlt, Kommentare abzuschalten, legen andere Wert darauf, dass auf dem eigenen Blog „viel los ist“ und die Stammleser sich beteiligen. Die 11 Tipps um aus Besuchern Wiederkehrer zu machen von Patrick Ludolph zeigen auf, womit man die soziale Bindung der Leser an ein Blog unterstützen kann.

Diskussion

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2 Kommentare zu „Kleine Blog-Rundschau: Highlights im Oktober“.

  1. Hallo Claudia,
    ich freue mich richtig, wie du meine Schreibversuche interessiert mitverfolgst und habe über deinen hier gemachten Vorschlag auch schon nachgedacht. Es wäre dann allerdings Blog Nummer 5, was ich aktiv betreibe und werde es deshalb glaube ich lieber in einem der schon bestehenden unterbringen.

    Ich erwäge dies in meinem englischsprachigen Blog zu tun, damit auch Freunde, die kein Deutsch verstehen, daran Teil haben können. Aus der Endlosrekursion will ich das jedenfalls weitesgehend raushalten. In den Neuigkeiten ist es in Ordnung, ich will ja kein X-tes, unpersönliche sonstwas Magazin betreiben:)

  2. Hello,
    My Name is, David
    some nice posts here
    my page:

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