Claudia Klinger am 19. Februar 2011

Shop-Erfahrungen: Warum ich nicht mehr bei Neckermann kaufe

Na, wer kauft denn auch bei einem so spießigen Traditionsversandhaus, werden sich jetzt gewiss einige fragen. Mir ist (bzw.war!) das recht egal, wenn ich grad‘ mal ein Produkt suche und es zufällig dort günstig angeboten wird. Und wenn ich schon mal dabei bin, kommen auch noch ein paar andere Dinge in den Warenkorb, die ich längst schon hätte besorgen müssen (ich bin „Konsum-faul“). So ist das gekommen, mit mir und Neckermann – aber jetzt ist Schluss damit!

Technisch unfähig – oder unwillig?

Schon beim ersten Kauf vor knapp zwei Jahren empfand ich es als Armutszeugnis, dass der Laden nicht im Stande ist, die „Ersparnisse“ durch die allüberall angebotenen Rabatte im Bestellprozess auch darzustellen. Man wird informiert, dass das nicht möglich sei und muss darauf VERTRAUEN, dass irgendwann im späteren buchhalterischen Abarbeiten irgend jemand dann doch den Rabatt abzieht. Denn auch auf der Bestätigungsmail findet er sich nicht! Wie soll ich also je nachweisen, dass ich bei der Bestellung einen berechtigten Rabatt in Anspruch genommen habe? Mich wundert, das diese Herangehensweise noch nicht als „unlauterer Wettbewerb“ o.ä. aus der Praxis verschwunden ist.

Werbemüll und Pseudorabatte

Dann: ganz sicher hab‘ ich angeklickt, dass ich keine Newsletter will. Ich bekomme auch keine, doch Neckermann brettert mir seitdem den Postkasten mit unverlangten Katalogen und Werbeschreiben voll! Auch grade heute wieder: ein Danke-für-ihre-Treue-Brief mit einem 10-Euro-Gutscheincode, gültig bis Anfang März.

Na gut, dachte ich mir, ich brauche grade eine neue DVB-T-Antenne, weil meine kaputt ist. Ich gebe also „Antenne“ in den Suchschlitz ein und finde tatsächlich zwei in Betracht kommende Antennen. ABER da steht auch gleich dabei: „! Dieser Artikel ist von Rabatt-Aktionen ausgeschlossen“

Trotzdem hab ich mir den Bestellprozess exemplarisch nochmal bis kurz vor „absenden“ angetan: immer noch heißt es, man könne Rabatte hier nicht darstellen! (Obwohl ich eh keinen bekommen hätte…) Was jeder Mini-Shop schafft, schafft ein Mega-Tanker unter den Versendern wie Neckermann also nicht – oder will man es gar nicht schaffen?

Unbequeme und teure Zahlungsweisen

Das nächste Elend: die Zahlungsmethoden! Es gibt „auf Rechnung“ (14 Tage Frist), Ratenzahlung, Kreditkarte und Nachname. Schriftliche Rechnungen vergesse ich gern, das kostet mich dann Mahngebühren, die ich vermeiden will. Verschulden will ich mich auch nicht, eine Kreditkarte will ich nicht benutzen und Nachname geht nicht, da ich nicht dauernd genug Bargeld zuhause habe, mal abgesehen von der Gebühr, die da auch noch anfällt.
Was fehlt, sind die im Web lange schon allgemein üblichen bequemen Varianten: Abbuchung, Paypal o.ä., Sofortüberweisung. Auch das scheint der „Tanker Neckermann“ nicht zu schaffen.

Zu guter letzt hab ich den Namen der von mir eigentlich gewünschten Antenne per Google gesucht: ein Preisvergleich bot sie mir für 19,30 Euro an – statt der 32,19, die das Teil bei Neckermann („nur im Internet“) gekostet hätte. Also noch deutlich preiswerter als sie MIT RABATT gewesen wäre! Abgewickelt über Amazon, wo ich mich um Zahlungen nicht mehr weiter kümmern muss.

Wenn Neckermann so weiter macht, wird der Laden den Weg von Quelle gehen, schätze ich mal. Und ich würde gewiss nicht trauern, obwohl ich sentimentale Kindheitserinnerungen an große „Katalog-Sessions“ mit der Family habe.

Diskussion

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Ein Kommentar zu „Shop-Erfahrungen: Warum ich nicht mehr bei Neckermann kaufe“.

  1. Das ist immer noch so umständlich bei denen?

    Meine letzte Bestellung im traditionellen Versandhandel ist zwar ‚erst‘ ein paar Jahre her, gefühlt aber schon ein halbes Jahrhundert. ;-)

    Meckermann, Qualle, Otter… ich hatte sie alle und noch etliche andere mehr. ;-)

    Bei denen hab ich früher viel Geld gelassen.

    Tja und wo bestelle ich heute wohl und warum?

    Eben!