Claudia Klinger am 01. Dezember 2022 — 4 Kommentare

Zeigen statt beschreiben: Manchmal muss ein Erklärvideo her!

Erklärvideos sind eine super Sache, wenn es darum geht, nicht ganz so einfach mit Worten Vermittelbares zu zeigen. Warum? Die Lust, lange Texte zu lesen, hat stark abgenommen und wer bereits am Machen ist, mag erst recht nicht lange forschen! Das Erklärvideo muss die Dinge allerdings kurz und knackig auf den Punkt bringen – nur dann ist es besser als ein Text.

Normalerweise lese ich lieber als dass ich ein „Video zum Thema“ anschaue. Genau wie bei Podcasts nervt es mich oft, der nun mal vorgegebenen Geschwindigkeit ausgeliefert zu sein. Ohne Möglichkeit, das Werk nur kurz zu „scannen“, um zu sehen, ob es überhaupt zu meinem Bedarf passt. Ich erinnere mich an gefühlt endlose Zeiten vor langatmig vorgetragenen Erklärungen zu irgend einem Programm, darauf wartend, dass endlich meine Frage thematisiert wird. Was dann schon mal gar nicht passierte, das sperrige Thema ließ der Autor einfach aus…
Und doch: manchmal wünsche ich mir dringend ein gutes Video zum Handling eines Produkts, am besten gleich vom Hersteller, und zwar in aller Kürze auf den Punkt!

Ist es kaputt? Oder check‘ ich es nur nicht?

Fall 1: Als Nutzerin von E-Zigaretten („Dampfe“) bin ich mit Geräten konfrontiert, die gelegentlich SEHR erklärungsbedürftig sind. Sobald man die schlichten, zigaretten-ähnlichen Teile hinter sich lässt und zu wirklich nützlichen, dem Raucherlebnis entsprechenden Dampfen aufsteigt, wird die Technik sehr komplex. Es gibt keine Standards, die Innovationsgeschwindigkeit ist hoch – und so manchem Hersteller fallen Bedienungsweisen ein, die nicht grade auf der Hand liegen. Pech, wenn die in der Kurzbeschreibung gar keine Erwähnung finden, wie es mir mit dem „Davide King“-Glassomizer (=der obere Teil des Geräts mit Liquid-Tank und Verdampfer) passiert ist. Das Teil ließ sich nicht befüllen, die vorgesehenen Öffnungen blieben geschlossen, egal, wie ich daran herum drehte, bzw. versuchte, aus der mitgelieferten Zeichnung zu erkennen, wie es denn nun funktionieren soll. Hab‘ das Teil zurück geschickt, bekam es aber wieder: Es sei gar nicht kaputt! Die Öffnungen waren nun wieder sichtbar, aber WIE das zustande gekommen war, blieb weiterhin verborgen. Auch technisch versiertere Freunde fanden den – trickreichen! – Mechanismus zum Öffnen und Schließen nicht. Die Sache klärte sich erst nach Monaten dank anderer User auf, die dem Ding auf die Schliche gekommen waren. Klar, dass ich auf diese Geräte keinen Bock mehr hatte!

Fall 2: Ein Staubsauger (Marke vergessen, ist ’ne Zeit lang her…), von dem ich zunächst sehr begeistert war, stellte mich ebenfalls vor Probleme, als ich den Beutel wechseln wollte. Den alten Staubbeutel knnte ich locker entfernen, aber den Ersatzbeutel bekam ich nicht mehr rein! Zwar lag dem Staubsauge ein Beipackzettel mit einer schematischen Zeichnung bei, die mit Pfeilen andeutete, in welche Richtung welches Teil aufzuklappen, einzuschieben, zuzuklappen sei – aber hey, es passte einfach nicht, obwohl es durchaus die RICHTIGEN Staubbeutel waren! Auch das klärte sich – with a little help from my friends – schließlich auf. Aber als nächsten Staubsauber kaufte ich lieber eine Marke, zu deren Modellen Videos im Web stehen, die auch das Handling vorführen.

Gut erklärte Produkte = zufriedene Kunden

Über die vielen unzulänglichen Gebrauchs- und Bedienungsanleitungen, die vielen Geräten beiliegen, wurde schon viel geschrieben. Im Zuge der Globalisierung ist das eher schlimmer geworden, da die Mühen der Regionalisierung oft gescheut werden. Warum gibt es also nicht mehr gute Erklärvideos ? Das müssen nicht mal immer richtige Filme sein, auch Animationen können den Zweck, das Handling zu erläutern, sehr gut erfüllen, sind oft sogar besser/prägnanter als die typischen „Reviews“, die beim „Unboxing“ anfangen und vom 100. ins 1000. kommen. Dass prägnante, sinnvolle, leicht nachvollziebare Erklärungen den Kunden wirklich nützen, bedarf wohl keiner Erläuterung. Dass das FEHLEN solcher Materialien Kunden auch für immer vergrätzen können (siehe oben!), scheint weniger einleuchtend zu sein. Wenn dann noch ein kostenpflichtiger oder unwissender Support dazu kommt, geht der Ärger online auch schnell mal richtig rum!

Da ich kürzlich im Kontext eines Auftrags erstmalig nach einschlägigen Video-Machern suchte, ist mir aufgefallen: es gibt zwar etliche Anbieter, aber bei den Preisen halten sie sich meist bedeckt. Man findet oft nur das Kontaktformular mit der Aufforderung, ein Angebot abzufragen. Klar, jedes Video ist ein individuelles – aber kann das ein Grund sein, gar nichts zu den Preisen zu sagen? So muss ich als Interessent nämlich mit jedem Laden erst in Dialog treten, das Projekt erläutern, Zeit verstreicht… Und vor allem: es ist so nicht grade einfach, mehrere Angebote „auf die Schnelle“ zu vergleichen. Wenigstens ein paar „Standardpakete“ könnten die Anbieter schüren, damit man mal eine Vorstellung von den Preisen bekommt.

Erklärvideo selber machen?

Wenn man keine große Firma ist, sondern als StartUp oder Einzelunternehmer/in ein erklärungsbedürftiges Produkt oder einen neuen Dienst auf den Markt bringen will, liegt der Gedanke nahe, selber ein Erklärvideo zu machen. Kann doch nicht so schwer sein angesichts der tollen Videoschnitt-Software, die es schon zu erschwinglichen Preisen gibt. Ich hab‘ in diese Möglichkeit mal „rein gerochen“, als ich einst mit meiner Seite „Unverbissen-vegetarisch“ bei Peer Wandingers Blog-EM ins Halbfinale gekommen bin und ein bekanntes Videoschnitt-Programm gewonnen hatte. Ein recht umfangreiches Tool, mit dem ich im Ergebnis dann nur ein bisschen rumgespielt habe. Bis zu einem sinnvillen Erklärvideo wäre die Lernkurve einfach zu umfangreich gewesen!

Denn unterschätzen darf man den Aufwand keineswegs! Wer meint, locker per Smartphone im DIY eine quasi kostenlose Lösung produzieren zu können, wird schnell merken, dass es so einfach nicht ist. Viele Voraussetzung für ein professionelles Video fehlen häufig, man muss den zum Thema passenden Stil finden, sich mit Hard- und Software auseinander setzen, Fehlendes lernen und anschaffen. Geht es sogar darum, für ein StartUp oder die geplante Selbstständigkeit ein „Erklärvideo“ über die eigenen Angebote zu machen, ist es sowieso besser, gleich eine Agentur zu kontakten.  Das fällt heute leicher als früher, denn Digitale Agenturleistungen werden auch im Baukastensystem angeboten: Man lässt sich beraten und bucht dann nur das, was man wirklich braucht.

Mein Fazit bezüglich „selber machen“: für nur ein einziges Projekt erscheint mir der Aufwand auf jeden Fall zu hoch. Wer allerdings öfter Erklärvideos braucht und definitiv kein Geld für Honorare augeben kann, muss eben Zeit investieren und sich dran machen. Vielleicht wird ja sogar ein neues Hobby draus, wenn das Video-Machen auf einmal richtig Spass macht!

Diskussion

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4 Kommentare zu „Zeigen statt beschreiben: Manchmal muss ein Erklärvideo her!“.

  1. Hey, der Tipp mit dem Video ist gut. Das verlängert auch die Verweildauer auf der Seite und außerdem können die Zuschauer von Youtube auf déine Webseite aufmerksam werden.

  2. Super Artikel! In meinen Blog Posts füge ich häufig Erklärvideos hinzu.
    Google mag das ziemlich, gerade wenn es sich um ein YouTube Video handelt.
    Ihr veröffentlicht außerdem starken Content!
    Weiter so :)
    Beste Grüße
    Leander

  3. […] Erklärvideo zur Erläuterung des eigenen Angebots kann in die Unternehmensseite integriert werden. Erklärvideos schaffen es sehr gut, die wichtigsten Fakten über das Produkt oder die Dienstleistung innerhalb […]

  4. Globe Telecom

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