Claudia Klinger am 11. Oktober 2012

Das Netz und die Kraft: der Himmel wird ihnen auf den Kopf fallen

Ok, es hat nicht geklappt mit der Petition gegen das Leistungschutzrecht. Woran das liegen könnte, listet Wolfgang Michal auf Carta unter dem schönen Titel „Hat das Netz seine Kraft verloren?“ auf:

  • Zu späte Mobilisierung, die jeweils auch immer die Schwachpunkte der Petition ansprach,
  • Zersplitterung der Aktiven, die nicht alle für eine Mitzeichnung warben,
  • zunehmende Verstrickung einzelner Alpha-Blogger ins Verlagswesen,
  • eine neue Generation, die keine Blogs mehr liest
  • – und zu guter Letzt auch die verbreitete Meinung, das Leistungsschutzrecht in der letzten Fassung treffe die meisten Blogger ja nicht.

Das mag alles mehr oder weniger stimmen, doch ein Beweggrund, die Petition nicht zu zeichnen, fehlt in der Aufzählung: Viele freuen sich geradezu diebisch darauf, zu erleben, wie die Verlage sich per Leistungsschutzrecht selber aus den Google-News und allen anderen Aggregatoren heraus katapultieren. Man will zusehen, wie ihnen der Himmel auf den Kopf fällt.

Dass das so kommen kann, lässt sich daraus schließen, dass Google sich Anfang September zu Wort meldete und klar machte, dass man nicht über Lizenzen verhandeln werde. Und auch viele StartUps, die auf irgend eine Weise Web-Artikel aggregieren, äußerten sich entsprechend.

Wir dürfen also gespannt sein, was passiert, wenn dieses kontraproduktive Gesetz tatsächlich verabschiedet werden sollte. Die Grundstrukturen des Netzes – und dazu gehört das Recht auf freie Verlinkung – greift man nicht ohne Schaden für sich selbst an. Nur blöd, dass es ALLE treffen wird, denn zusammengefasste Artikel-Übersichten wird es dann nicht mehr geben. Zumindest nicht in Deutschland.

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