Markus Müller am 21. Oktober 2020

Gelöschte Dateien wiederherstellen: So einfach geht Datenrettung

Sie haben wichtige Dateien gelöscht und möchten diese gleich wiederherstellen? Eine Datenrettung muss nicht zwingend über ein Labor erfolgen, sondern kann auch bequem und einfach über eine Software erledigt werden.

Festplatte Daten Symbolbild

Immer wieder kommt es vor, dass wichtige Unterlagen gelöscht werden. Das passiert vor allem Selbstständigen bei der Buchhaltung oder Personen, die z.B. ihre Haushaltsplanung am Computer vornehmen. Plötzlich ist eine PDF-Datei, ein Bild oder sonstiges verschwunden – was tun?

Der Papierkorb soll eigentlich davor schützen, dass eine Datenrettung nötig wird. Wenn er jedoch schon geleert wurde, wird es problematisch. Für die Erfolgschancen einer möglichen Wiederherstellung sind folgende Aspekte entscheidend:

  1. Wann wurden die Daten gelöscht?
  2. Gab es neue Daten seit der Löschung?
  3. Wurden die durch einen Virenbefall Daten gelöscht?
  4. Gab es eine Datenlöschung wegen einer Formatierung?

Warum können Daten nach der Lösung wiederhergestellt werden?

Die Daten werden nicht sofort gelöscht, sondern befinden sich noch solange auf der Festplatte, bis die Datenblöcke durch neue Daten überschrieben werden. Bei einer HDD-Festplatte dauert das wesentlich länger als bei einer SSD-Festplatte. Hier kann die Überschreibung von Daten relativ zügig passieren. Nach einer ungewollten Löschung darf also am Computer nichts mehr erledigt werden, um die nun unsichtbaren, aber auf der Platte noch vorhandenen Daten nicht zu zerstören.

Software: Wie können gelöschte Dateien wiederhergestellt werden?

Im Internet finden sich zahlreiche Hersteller mit einer eigenen Software-Lösung. Das Ziel einer solchen Software ist es, das bestmögliche Ergebnis zu erreichen und somit versprechen einige dieser Hersteller zugleich auch eine erhebliche Erfolgsrate: Rund 97 Prozent! Diese Angabe ist tatsächlich halbwegs realistisch – die Chancen stehen gar nicht schlecht, die meisten Daten wiederherstellen zu können.

Wie funktioniert das nun mit der Datenrettung per Software?

  • Zuerst muss die Software für das jeweilige Betriebssystem heruntergeladen werden, dabei wird auch gleich schon die jeweilige Sprache gewählt. Ist das geschehen ist, reicht bei Windows der Klick auf „Installieren“. Bei macOS muss die Datei in den „Programme“-Ordner verschoben werden. Fertig!
  • Wenn die Software gestartet wird, kann der jeweilige Speicherort gewählt werden. Dies könnte die Festplatte sein oder auch ein Speichermedium wie zum Beispiel eine SD-Karte. Anschließend scannt die Software das Medium und zeigt jede Datei an (beziehungsweise dessen Datenfragmente).
  • Die Suche nach einer bestimmten Datei lässt sich dann noch eingegrenzen, indem nach einem bestimmten Format oder nach einem bestimmten Dateinamen gesucht wird. Anschließend wird die Wiederherstellung gestartet. Sofern es funktioniert, ist die Datei immer unbeschädigt, es gibt keine „Teilwiederherstellungen“.

Selber Daten retten – ein Beispiel

Gelöschte Dateien wiederherstellen bieten Labore als Dienstleistung an, doch eine entsprechende Software ermöglicht das deutlich günstigere DIY. In den CHIP Download-Charts ist z.B. die Software der Firma EaseUS erhältlich, die – wie allgemein üblich –  eine kostenlose und eine kostenpflichtige Version auf den Markt gebracht hat. Die Anwendung ist recht unkompliziert:

  1. Die Software starten, das jeweilige Laufwerk aussuchen und auf „Scan“ klicken.
  2. Der Scanvorgang dauert in der Regel einige Minuten.
  3. Nun können die Scan-Ergebnisse gefiltert werden und ein Verzeichnisbaum erscheint.
  4. Die Wiederherstellung wird per Klick abgeschlossen.

Die beiden Programmversionen unterscheiden sich allerdings im Umfang der zu rettenden Daten: Die kostenlose Version ermöglicht lediglich ein Scan-Volumen von 2 GB – erst mit einem Upgrade auf die Pro-Version wird diese Beschränkung aufgehoben.

Warum sind Labors für die Datenrettung eher uninteressant?

Ein Labor zur Datenrettung macht auch nichts anderes als das, was eine Software leisten kann. Allerdings kommt es hierbei häufig auch zu Betrugsfällen, hierüber haben bereits TV-Sender aufmerksam gemacht. In der Regel übernimmt die Tätigkeit auch kein Fachhändler, sondern dieser schickt die Festplatte ein und im Endeffekt entsteht daraus eine Bearbeitungszeit von mehreren Tagen oder Wochen.

Die Kosten für eine Software liegen im Schnitt bei 20 Euro, während die Datenrettung durch einen (zumeist ausländischen) Service etwa 300 Euro kosten könnte. Daher gilt es zuerst, eine Software auszuprobieren. Ist das nicht erfolgreich, sollte ein Experte hinzugezogen werden, der auch über entsprechende Bewertungen im Internet verfügt.

Welche Dateiformate können wiederhergestellt werden?

Prinzipiell kann jedes Dateiformat wiederhergestellt werden, es spielt keine Rolle, ob es eine PDF-Datei ist,r eine TXT, JPG oder ZIP-Datei. Die Rettungssoftware unterscheidet nämlich nicht nach Format und seitens des Betriebssystems gibt es ebenfalls keine Einschränkungen.

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