Claudia Klinger am 26. Juni 2011

Gott bewahre uns vor dem Zwangsvergessen im Web!!!

Jeder kennt die von vielen Medien gerne aufgebauschte Klage über das Netz, das angeblich „nichts vergisst“. Peinliche Partybilder, despektierliche Äußerungen, die man öffentlich lieber nicht gemacht hätte – es gibt vielerlei Szenarien, mit denen die German Angst vor dem Internet angefacht wird. Bundesministerin Ilse Aigner forderte im Januar den „digitalen Radiergumme“ für Bilder, und eine Software, die das „ausradieren“ leisten will, gibt es tatsächlich auch schon – zum Glück in einer Form, dass man nicht fürchten muss, dass sie breitflächig zur Anwendung kommt.

Elektrischer Reporter, Folge 6, Part 3

Was für Folgen es haben könnte, wenn diese Form der Internet-Paranoia in Vereinbarungen und Gesetze gegossen würde, zeigt die 6. Folge des Elektrischen Reorters: Bewegte Bilder, eine Drohung und Vergesslichkeit. Es ist der dritte Beitrag der Folge („Uebermorgen TV“). Wer wenig Zeit hat, spult zur 7:50sten Minute vor.

Der Film zeigt spritzig aufbereitete, aber inhaltlich gruslige Visionen über ein kaum mehr nutzbares Web, die leider gar nicht mal sooooo unwahrscheinlich sind. Ein von sämtlichen persönlichen Informationen „gesäubertes“ Netz, das nurmehr Verkaufs- und Unterhaltungskanäle zu bieten hätte – es gibt ja eine Menge Interessenten, die sich genau DAS wünschen.

Ob das allen bewusst ist, die das unbeschränkte Recht des Einzelnen fordern, über alle seine Daten zu bestimmen?