Claudia Klinger am 02. Mai 2013

Anti-Drossel-Maut: Das Web der Zukunft gehört den Reichen

„Wenn Youtube zahlt, wird es nicht gedrosselt“, sagt die Telekom zu Vorwürfen, sie verletzten die Netzneutralität. Denn „ganz neutral“ seien sie ja bereit, jeden von der Drosselung auszunehmen, der bereit ist, die neue Maut zu bezahlen.

Wenn das durchgeht, kann ich mir gut vorstellen, wie das Web der Zukunft funktionieren wird: Die BigPlayer (Google, Amazon, FB, Ebay, irgendwann auch die Mainstream-Medien) zahlen für den ungedrosselten Traffic, alle anderen kommen auf die Schneckenspur: Blogs, kleine StartUps, sämtliche Homepages von Unternehmen und Freiberuflern – wer wird noch großes Interesse an solch anarchischen Web-Publikationen haben, wenn die vom wertvollen Freikontingent abgehen? Einfach mal so irgendwelchen Links folgen, sich tiefer schürfend auf Non-Mainstream-Webseiten aus aller Welt informieren, wenn die Traffic-Uhr tickt? Wer daran glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

Ein tolles Geschenk zum 20. Geburtstag des Webs, dass uns die Telekom da einbrockt!

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Für den Gewinn: Warum die Telekom drosseln will und was dagegen einzuwenden ist

Diskussion

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Ein Kommentar zu „Anti-Drossel-Maut: Das Web der Zukunft gehört den Reichen“.

  1. Claudia, ich glaube nicht, dass die Internetdrossel sich durchsetzen wird. So weit sind wir zumindest dank freier Wirtschaft. Und wenn die Kabelanbieter dann aufgrund der erhöhten Nachfrage ihre Netze ausbauen, sind wir bald halt Kabel Deutschland Kunden. Macht auch nichts, ist eh günstiger als über die Telefondose ;)

    lg Nina <3