Claudia Klinger am 05. Januar 2011

Gibt es ein Blogger-Leben OHNE Google?

Die Antwort auf diese Frage interessiert mich! Üblicherweise warte ich ein wenig ab, bis alles „fertig“ ist, bevor ich ein neues Blog für die Suchmaschinen öffne. So auch bei meinem neuesten zur Kunst des Alterns. Da fehlen noch Illus, das Theme ist auch noch nicht „in Stein gemeiselt“, doch weil es aktuelle Themen gab, hab‘ ich es dann doch nicht ganz geheim gehalten, sondern auf dem Digital Diary verlinkt.

Bloggen ohne SEO-Stress…

Und jetzt werde ich einfach mal weiter bloggen und vorerst Google & Co. draußen lassen. Nicht weil ich was gegen Google hätte (im Gegenteil, die mag‘ ich!), sondern um mal zu schauen, ob sich auch ohne Suchmaschine Leser einfinden. Also nur durch freiwilliges Verlinken, Empfehlungen, Weitersagen – ich setze einfach mal auf MENSCHEN anstatt auf Keywords.

Es heißt doch immer, Content sei King. Da es nun aber immer mehr Firmen gibt, die „Inhalte“ großindustriell produzieren, entlang an Erhebungen, welche Suchbegriffe und Kombinationen in die Suchmaschine eingegeben werden, wird es für normale Publisher, die wirklich etwas sagen wollen, immer schwerer, bemerkt zu werden. Oft sind die ersten Seiten der Suchergebnisse komplett besetzt mit MFA-Seiten (made for Adsense), hochgradig „optimiert“ und so seelenlos zusammen gecopy&pasted, wie man es von einem schlecht bezahlten Text-Arbeiter ja auch nicht anders erwarten kann.

Ich vermute, das wird auch so weiter gehen, da es ein Algorithmus immer nur für kurze Zeit schafft, durch Berücksichtigung neuer Faktoren (wie z.B. „zu viele Keywords im Text“) den ganzen Fabrik-Content nach hinten zu schieben. Es gibt dann eben Software, die einem die gerade noch akzeptable Keyword-Dichte anzeigt.. na toll!

Die „Kunst des Alterns“ ist ein eher gemütliches Thema – also gut geeignet, mal zu schauen, ob’s auch ohne Google geht. Social statt SEO – ich bin gespannt. Es ist ein Experiment und keine Entscheidung für die Ewigkeit. So etwa drei Monate werde ich es austesten.

Update 7.1.: zu Googles Bedeutungsverlust

Dass Google als Such-Tool schon länger an Bedeutung verliert, wird derzeit zunehmend Thema. Z.B. schreibt Marco.org über die unsäglichen Content-Fabriken:

„Part of what exacerbates this is the apparent explosion recently of cheap-“content” sites that try to answer every search query ever asked. Like affiliate-marketing spam, much of it seems to be generated by humans (technically — I wouldn’t classify them as such), but it’s functionally useless: sites like About.com, eHow, and countless clones with .info domain names that promise to address every niche question and informational topic, but whose content lacks all quality and substance.

Google was designed to play the role of a passive observer of the internet: web content was created for people, not specific Google queries, and Google would look around, take inventory of what was available, and give it to people who asked. Google’s general, big-picture algorithms probably haven’t changed much since the days when this was relatively accurate.

But that’s no longer what web content looks like. Now, massive amounts of technically-not-spam sites are generated by penny-hungry affiliate marketers and sleazy web “content” startups to target long-tail Google queries en masse, scraping content from others or paying low-wage workers to churn out formulaic, minimally nutritious pages to answer them.

Searching Google is now like asking a question in a crowded flea market of hungry, desperate, sleazy salesmen who all claim to have the answer to every question you ask.“

Ins selbe Horn stößt auch dashes.com:
Three’s a Trend: The Decline of Google Search Quality

Ja, so sieht’s aus – und wir dürfen gespannt sein, wie sich das „Suchen im Web“ noch entwickeln wird.

Diskussion

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11 Kommentare zu „Gibt es ein Blogger-Leben OHNE Google?“.

  1. Natürlich geht es ohne Google, habe ich zu Anfang auch gemacht – alle meine Blogs nicht für Suchmaschinen freigegeben. Die Zugriffe nur von Freunden und Bekannten, waren natürlich nicht sooo zahlreich.
    Nachdem ich z.B. meinen Internet erfahren-Blog freigegeben habe, gingen die Besucherzahlen ganz stark in die Höhe. Maßgebend war dann wiederum ein Schlagwort, das stark nachgefragt wurde und so die Besucher auf die Spur des Blogs brachte…
    Das hat mich dann doch erstaunt. In WordPress bekommt man ja schon recht gute Auswertungen, so dass man die täglichen, wöchentlichen und monatlichen Zugriffe gut ablesen kann. Noch genauer brauche ich es nicht zu wissen…;-))

    Einen guten Start ins Neue Jahr
    wünscht Anntheres

  2. Liebe Claudia, ich glaube, es geht nicht. Kaum hatte ich Google ausgesperrt, schon bloggte ich nicht mehr. So kam das. (Ging vielleicht nur mir so. Gerade Gedichte bauchen ja Google, gewinnen, wenn einer kommt, meinend, sie dienten ihm, je nachdem, welche Wörter drin stehen, erst ihren Sinn.)

  3. Ja klar kommen viel weniger Besucher, wenn man den „Suchwort-Verkehr“ nicht anzuziehen versucht! Das ist mir völlig klar, schließlich kann ich seit Jahren sehen dass der Google-Anteil je nach Blog zwischen 50 und 90% liegt. Wobei das Digital Diary mit 50:50 lange schon das „unabhängigste“ ist.

    Mir geht es momentan aber eben nicht um MASSE, sondern darum, zu sehen, welche und wieviele Leute über andere Kanäle kommen – und ob sie das Blog auch selbst ein bisschen weiter empfehlen, wenn sie es schätzen.

  4. „Social Media zielt auf Menschen, nicht auf Software“, habe ich während meines Social Meda Basis Lehrgang gelernt. Du startest einen Versuch, ich drücke dir die Daumen.

    Mir gefällt dein neues Blog. Es gefällt mir, weil ich ja selbst eine „Betroffene“ bin und du Themen ansprichst, die mich umtreiben und mit denen ich mich schon mehrmals auf meinem Blog auseinandergesetzt habe.

    Zu meinem letzten Beitrag „Nach der Lebensmitte“, bekam ich ganz viele E-Mails, aber getraut zu kommentieren hat sich nur eine Frau, die ich persönlich kenne und mitliest.

    Also, viel Erfolg mit deinem schönen neuen Blog. Und wenn`s halt mit Menschen nicht gehen sollte, so fände ich es gar nicht schlimm doch auf Google zu setzen. Besser als es wieder zu schließen.

    Herzliche Grüße aus Mannheim
    Christa Schwemlein

  5. Hallo Christa,

    Ich will nicht „ewig“ ohne Google bloggen, sondern nur mal so die erste Zeit. Wie ich auch schon merke, kriege ich dadurch besser mit (oder schaue eben genauer hin), wer die Beiträge kommentiert, verlinkt, sonstwo empfiehlt. Das ist bei einer anonymen Zufalls-Surfer-Gruppe nicht so, denn da glaube ich gar nicht erst dran, dass ich wissen kann, WER das Blog WIE bemerkt.

    Deinen Beitrag werd ich lesen! Ist ja interessant, dass man sich nicht mal öffentlich das Kommentieren traut…

  6. Die Personen, die über Google-Keywords auf einen Blog reingestolpert kommen, verweilen oftmals nur sehr kurz. Man könnte auch auf sie verzichten.

  7. Hallo Claudia, von anderen Bloggern habe ich schon oft gehört, dass sie ihre Leser primär über Social Media wie Facebook, Twitter und Xing bekommen – zusätzlich natürlich noch die „normalen Empfehlungen“ von Kunden und Freunden und Blog-Rolls auf anderen Blogs. Da komme ich beispielsweise jetzt auch her ;-) Von der Blog-Roll eines anderen Blogs, in der dieser Blog hier verlinkt war.

    Ich schließe mich der Meinung von Dr. Sartori an, dass sicher sehr viele Leute, die über Google auf einem Blog landen, nur kurz verweilen. Vielleicht ist Google durchaus verzichtbar, wenn man Social Media nutzt.

    Herzliche Grüße aus Köln :-)
    Sonja

  8. Ich hab den Versuch ganz am Anfang gemacht. Und – oh Wunder – es geht ganz gut. Mittlerweile hab ich aber Suchhmaschinen zugelassen. (https://opalkatze.wordpress.com/2010/06/28/suchmaschinen-on/)

  9. @vera: vor ein paar Tagen hab ich das Blog auch für SuMas geöffnet – bisher bringt das aber nicht viel.

  10. … es wird eine Weile dauern, bis das „Zulassen für SUMAs“ ;-) sich bemerkbar macht. Gerade wenn das Blog vorher dicht war für sie, müssen jetzt erst mal alle Seiten bemerkt und indexiert werden von Google & Co. Ich habe das gerade mal kurz angetestet, diese Blogseite hier ist z.B. noch gar nicht erfasst von Google. Wenn sie das aber mal ist, wird man es sicher auch an den Besucherzahlen spüren können. Wenn man möchte, kann man Google auch auf die Sprünge helfen und auf Seiten ganz direkt hinweisen. Infos dazu gibt`s in den Google Webmaster-Tools. http://www.google.de/webmasters

    Viele Grüße aus Köln
    Sonja

  11. @Sonja: doch DIESE SEITE ist sehr wohl erfasst (http://bit.ly/gefZLb) – um dieses Blog geht es aber auch nicht, sondern um Kunst-des-alterns.de. Das ist mittlerweile geöffnet, ist bei Webmastertools angemeldet und eine aktuelle Sitemap ist eingereicht.