Claudia Klinger am 30. Mai 2009

Google macht die Welle: Web 3.0 rollt an

Als ich mir gestern die Präsentation der Google-Wave zur Hälfte angesehen hatte, wusste ich: das ist ein Quantensprung, auf jeden Fall etwas, das mit Recht als „the next big thing“ gelten kann.

„Muss man es denn haben?“, fragte mich auf Twitter ein auch schon etwas älterer „Follower“. „Man wird von ihm umgeben sein“, twitterte ich zurück. Und ich glaube, das ist nicht zu hoch gegriffen!

Das Logo von Google Wave Eine Neuerfindung der 40 Jahre alten E-Mail schrieb sich Google auf die Fahnen – und was davon „in einem frühen Entwicklungsstadium“ zu sehen ist, beeindruckt! Eine Kombination aus Mail, SMS, Chat, Tweets, Bilderalbum, kollaborativ bearbeitbaren Dokumenten, zudem ein Desktop im Browser, der es ermöglicht, in Echtzeit sämtliche laufenden Kommunikationsstränge (Waves) von zentraler Stelle aus zu managen, zu editieren, zu verändern.

Waves allerorten – auch auf dem Handy

Zentral? Zum Glück nicht wirklich: das Tool ist Open Source und auch ein Protokoll. Es wird nicht als bloße Google-Anwendung laufen, sondern kann auf jedem Server errichtet werden. Und die „Waves“ sind überall einbindbar: auf Blogs, in Foren und Communities, Firmenseiten und Shops.

Auch von einem Android-Handy aus wird man waven können – das allerdings klappte bei der Präsentation noch nicht so gut („we are working on it!“), doch ist ja alles noch in den Anfängen. Entwickler sind eingeladen, kreative Nutzungen dazu programmieren, Webworker sollen die Schnittstellen nutzen, um Waves in ihre Projekte einzubinden.

Blick auf Google Wave

Begeisterte Stimmen überschlagen sich seither im Web: neue Killeraplikation, „Über-Email“, ein neues Web – und was wird aus dem alten? Werden klassische Webseiten, womöglich auch Blogs einfach verschwinden?

Auf Webkompetenz lädt Stefan Münz (Netz-Urgestein) zur Diskussion darüber, „ob das die neue Zentralanwendung des gesamten Internets werden könnte, ob herkömmliche Websites dadurch nur noch zu Kontaktherstellungs-Satelliten in der Draußen-Welt verkommen, und natürlich das allseits beliebte Thema in Deutschland „was wird Google mit all den Daten tun“?

Und weil er ein guter Forums-Admin ist, hat er der Diskussion eine ausführliche Beschreibung von Google Wave voran gestellt – damit man auch weiß, worüber man spricht!

Diskussion

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8 Kommentare zu „Google macht die Welle: Web 3.0 rollt an“.

  1. google muss aber auch überall mitmischen

  2. Kleiner Tipp: Ab Waves allerorten, schaut die Schrift im Feedreader riesig und damit für den Leser ziemlich bescheiden aus.

  3. Danke Horst – echt nett, dass mal jemand was sagt!

  4. […] „Google macht die Welle: Web 3.0 rollt an“ (webwritung-magazin.de vom 30.05.2009) Google will die E-Mail – wie gesagt die einzige bedeutztende technische Innovation der letzten 50 Jahre im Bereich der Kommunikation – abschaffen. Das ganze nennt sich „Googles Wave“ und ist eine Hybrid-Software für E-Mail, Web-Chat, Instant Messaging, File-Sharing und Projekt-Management. Ich hör die digitale Boheme schon danach lechzen. Dabei werden die Vorteile der E-Mail, also zeitversetztes Antworten und Bearbeiten sowie umfangreiche und übersichtliche Archivierung, vernichtend zusammengestutzt. Das ganze schimpft sich dann Web 3.0. […]

  5. Sehr, sehr cool geschrieben!! Allerdings verstehe ich eins nicht: Wieso die Überschrift „web 3.0“? Mit web3.0 – im Sinne von „semantischem Web“ hat das doch reichlich wenig zu tun.

  6. Hast recht, ich hätte 4.0 sagen sollen :-) – ich wollte eigentlich nur eine „Steigerung“ des Web 2.0 mit seinem interaktiven Schwerpunkt benennen. An das „semantische“ dachte ich gar nicht…

  7. „Kleiner Tipp: Ab Waves allerorten, schaut die Schrift im Feedreader riesig und damit für den Leser ziemlich bescheiden aus.“

    Besten Dank, Horst! Dein Tipp ist schon was tolles! Echt cool!

  8. Also z.B. im Google-Reader sieht alles ganz normal aus!