Claudia Klinger am 30. Januar 2015

Ins Netz gezwungen: Postbank macht Offline-Banking teuer

Ab dem 1.April gelten bei der Postbank neue Gebühren: Banking per Beleg (Offline) wird mit 0,99 Euro pro Vorgang ziemlich teuer.

„Aufträge, die Sie uns per Beleg erteilen, verursachen dabei hohe Kosten. Lesen, prüfen und Ausführen einer ÜBerweisung auf Papier sind aufwändiger als beim Onlie- oder Telefon-Banking.“

heißt es in dem Schreiben vom 26. Januar, das offensichtlich an ALLE Postbank-Kunden ging, sonst hätte ich es als ewig-lange-schon Online-Userin nicht bekommen.

Persönlich erleide ich dadurch keinen Schaden. Aber ich kenne Menschen, die es mit „Online-“ und „Telefon-Banking“ nicht so haben, aus ganz verschiedenen Gründen. Neben jenen, die Sicherheitsbedenken haben, gibt es auch immer noch eine nicht ganz kleine Gruppe alter Menschen, die nicht so einfach auf „online“ umsteigen können. Auch das „Gespräch“ mit einem Telefon-Computer ist für sie keine Alternative.

Sie müssen also deutlich mehr zahlen – einfach deshalb, weil sie Offliner geblieben sind. Den „reichen“ Alten mit den guten Renten wird das nicht viel ausmachen, aber es gibt auch viele, die nur eine Minirente beziehen.

Auch die Kälte dieses Vorgehens wird viele verletzen. Es sagt ja im Grunde: Du gehörst nicht mehr dazu, du bist ein Problemfall, der uns extra Arbeit macht und nicht mehr in die Zeit passt.

Es wird immer ungemütlicher für Offliner. Find‘ ich nicht ok.

Diskussion

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Ein Kommentar zu „Ins Netz gezwungen: Postbank macht Offline-Banking teuer“.

  1. Hat auch damit zu tun, daß die Zinsen so niedrig geworden sind; daß der Bank also das Geld auf dem Giro nichts mehr bringt.

    Außerdem sollte man sich klarmachen, daß wir Online-Banker bisher die Bearbeitung der Papier-Überweisungen mitbezahlt haben; obwohl wir sie gar nicht nutzen.