Claudia Klinger am 22. Juni 2010

Stören Links den Lesefluss?

Und da sowieso heute an jeder Ecke zig Botschaften und Aufforderungen lauern, etwas zu entscheiden, anzunehmen oder abzulehnen, beklagt man immer wieder in Schirrmacher-Manier den Verlust an Konzentration auf EINE Sache, die angeblich durch Links grob gestört werde.

Dem Problem sollte einst technisch abgeholfen werden, indem HTML (die Code-Sprache des Web) es den Webdesignern ermöglichte, verlinkte Seiten autmatisch in einem neuen Fenster öffnen zu lassen. Doch das machte es nicht besser, sondern verwirrte viele Leser erst recht: mal bewirkt ein Link den Wechsel des Inhalts im selben Fenster, mal poppt ein anderes auf – ätzend! (Siehe dazu die Diskussion um „target“ auf Stichpunkt.de)

Beste Praxis: Öffnen in neuem Tab

Seit die Browser mehrere „Tabs“ nebeneinander darstellen können, hat sich das Problem für mich erledigt. Egal, was der Designer für mich meint, entscheiden zu müssen: ich nutze die rechte Maustaste und wähle „Link in neuem Tab öffnen“ (Firefox), bzw. „neue Registerkarte öffnen“ (im MSIE).

Gewöhnt man sich ein solches Klick-Verhalten an, verschwindet das Gefühl, sich nicht auf den Artikel konzentrieren zu können: ich klicke auf alle Links, die mich interessieren – und nach Ende des Artikels schau ich die anderen Tabs mal durch und sehe, ob das Interesse gerechtfertigt war.

Es wundert, dass diese kleine Anpassungsleistung ans neue Medium viele schon überfordert. Allerdings hab‘ ich selbst die rechte Maustaste auch erst so richtig entdeckt, als ich schon ein paar Jahre „Klick-Wirrwarr“ ertragen hatte!

WER braucht solche Tipps?

Die meisten Leser des WWMAG vermutlich nicht, doch wünsch ich mir, dass die „Geheimnisse der rechten Maustaste“ an alle nicht so Web-Affinen weiter getragen werden, die sich durch die stumme Aufforderung eines Links noch irritieren lassen. Und das scheinen ja gar nicht so wenige zu sein.

Diskussion

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5 Kommentare zu „Stören Links den Lesefluss?“.

  1. Hallo Claudia!

    CTRL-Linksklick bewirkt das Selbe.
    Persönlich ist mir das angenehmer als die Rechtsklickerei.
    Sonst handhabe ich links in Texten genau wie Du, wenn sie mich interessieren.

  2. Noch besser ist ein Klick auf die mittlere Maus-Taste (falls vorhanden), die den Link im Tab öffnet. Das erspart einem das Context-Menü.

  3. …und falls es, wie bei mir, keine mittlere Maustaste gibt, erfüllt der Klick aufs Mausrad denselben Zweck. :o)

    Das Anklicken von Links und deren anschließendes „Abarbeiten“ in den neuen Tabs mache ich beim Lesen eines Artikels übrigens auch so.

    Das Mysterium der rechten Maustaste habe ich auch schon kennengelernt: An meinem Arbeitsplatz fragt mich eine Kollegin regelmäßig, wie denn dieses oder jenes zu bewerkstelligen sei, in Mailprogrammen, Textverarbeitungen oder eben auch im Browser. 80% meiner Antworten beginnen mit der Frage: „Haben Sie schon rechtsgeklickt?“

  4. Vielen Dank für Eure Ergänzungen! :-)

  5. Hey Claudia,

    also es gibt ja Blogs wo du liest und kaum noch weg von Links kommst. Aber ich finde 2-3 Links pro 300-400 Wörter sind OK, wenn Sie informativ sind.