Claudia Klinger am 17. August 2008

SuMa-Award 2008: OAMOS – 100% Inspiration und Zerstreung

Wer mal wieder komplett im Netz versackt, die Zeit vergisst und ziellos von Link zu Link klickt, zig News-Seiten scannt, Blogs ohne Ende besichtigt, dann wieder in den Newsreader oder die Mail schaut, wo schon der nächste Link nach irgendwo lockt, hat zwei Möglichkeiten: Entweder reißt sich der zerstreute Surfer zusammen und beginnt endlich mit einer sinnvollen Arbeit. ODER er gibt sich die Kante in Sachen Zerstreuung und treibt es auf die Spitze, auf dass der Umschlag ins Gegenteil von selber geschehe.

Oamos, die Inspirations-Maschine

OAMAS, die „META-Inspiration-Engine“ ist eine grandiose Multimedia-Suchmaschine, um auf dem Information-Overflow zu surfen: Man gibt einen beliebigen Begriff ein, wählt auf einer Skala zwischen „sachlich“ und „unterhaltend“ und los gehts: die Flash-Site wählt aus verschiedensten Quellen Webseiten, Nachrichten, Bilder, Musik und Videos aus und bringt sie in absolut verrückter Art und Weise zur Ansicht bzw. zu Gehör.

Gelegentlich wandern Seifenblasen mit Synonymen des Begriffs über den vom Flash-Programm eh schon „wild gestalteten“ Screen. Der Algorythmus beschränkt sich nicht auf bloßes nebeneinander pappen der Elemente, sondern fügt auch immer mal wieder neue Präsentationsformen ein – man schaut einen Film zum Begriff, der alles andere als langweilig ist und je nach gewähltem Thema sehr dicht an der Sache bleibt oder sich in vielfältigen Bedeutungen verliert.

Babylon auf Oamos

Für nicht registrierte Besucher ist der Spaß nach 3 Minuten zu Ende (ohne DSL kann man es gleich ganz lassen!), Registrierte dürfen länger schauen. Wer zahlt, hat die Möglichkeit, eine Version für die eigene Website anzupassen und die Datenquellen selbst zu wählen. Die jeweiligen „Filme“ kann man auch per Mail versenden oder auf der eigenen Seite verlinken.

OAMOS erhielt gerade den SuMa-Award 2008 im Bereich Medienkunst: „Die Verleihung wird vom MP3-Erfinder und Direktor des Instituts für Medientechnik der TU Ilmenau, Prof. Karlheinz Brandenburg, beim SuMa-eV Kongress am Donnerstag, den 25. September 2008 in Berlin vorgenommen (http://suma-ev.de/forum08/)“

Was man damit machen kann

Arbeitet man über ein bestimmtes Thema, ist OAMOS tatsächlich eine wunderbare Inspirationsquelle. Je nach gewähltem Begriff bleibt die Präsentation dicht an der Sache oder verliert sich in den verschiedensten Bedeutungen. Bezüglich bekannter Personen kann man sich einen schnellen Eindruck über deren aktuelle Online-Reputation verschaffen (z.B. Bush). Gibt man Städte- oder Ländernamen ein, sieht man, was die Welt gerade von diesem Ort weiß, bzw. für wichtig hält (Georgien, Afghanistan, witzig: DDR).

Findet die Suchmaschine zum Begriff mal ein wirklich passendes Sound-File, ist das Ergebnis besonders unterhaltsam: Man schaue mal „Penis“ – ich hab‘ mich gekugelt vor Lachen!

Diskussion

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Ein Kommentar zu „SuMa-Award 2008: OAMOS – 100% Inspiration und Zerstreung“.

  1. lol. Schön zu sehen das es auch noch ein paar nicht rein kommerziell veranlagte suchmaschinen-bauer gibt.
    =)