Claudia Klinger am 29. Oktober 2010

WordPress: Erste Erfahrungen mit dem neuen Standard-Theme Twentyten

Nun hab‘ ich es halbwegs geschafft: mein neues Blog über den Umstieg auf vegetarische Ernährung hat das Licht der Netzwelt erblickt. Es ist das erste Blog, das ich „basierend auf“ dem neuen Standard-Theme Twentyten von WordPress 3.0/3.01 entwickle. Dabei muss ich mich an die deutlich gestiegene Komplexität erst gewöhnen – sprich: manchmal treibt es mich zur Weißglut, erst lange suchen zu müssen, wo ein gesuchter Code sich jetzt eigentlich befindet.

unverbissen vegetarisch

Früher war alles einfach: Im Theme-Ordner fanden sich in aller Regel sämtliche Bestandteile, aus denen WordPress das Blog bei Aufruf zusammen setzt. Auf die „Widgets“ hatte ich verzichtet, denn ich codete mir meine Sidebars locker selber und brauchte keine Admin-Oberfläche, auf der ich mir zusammen klicke, was nötig ist, ohne wirklichen Zugriff auf den Code zu haben.

Child-Themes – Vorteil und Nachteil

Nun aber wollte ich mal ausprobieren, wie man mit einem Theme so lebt, das jede Menge Möglichkeiten mitbringt. WordPress 3.x unterstützt ja massiv Child-Themes: man soll für die eigene Variante ein Unter-Theme (das Child) anlegen, das alles enthält, was von Twentyten abweicht. Also eigene Styles, eine zusätzliche Function.php – und bei Bedarf auch ganze PHP-Dateien wie etwa eigene Footer oder Header. Der Vorteil: Wird das Haupttheme geupdatet, bleiben die eigenen Änderungen unangetastet. Schön, nur: bisher hab ich eben händisch genau das ergänzt, was ich brauchte. Mein Theme hab ich voll durchblickt und sah keine Notwendigkeit, etwas einzufügen, nur weil das jetzt auch geht. Für mich ist das also die Lösung eines Problems, das ich zuvor nie hatte. Ein Child-Theme hat daneben auch den Nachteil, dass WP nun immer in zwei Verzeichnisse gucken und „zusammen bauen“ muss – das geht durchaus auf die Ladezeit.

Eigenes Widget? Gescheitert!

Oh, und wie verdammt mühsam meine Anpassungen nun waren (und noch sind, ich bin ja noch nicht weit)! Die Dreispaltigkeit mit zwei Sidebar-Bereichen rechts war noch vergleichsweise einfach und in der CSS-Datei des Child-Themes durchzuführen. Dort änderte ich auch die Höhe des Headerbildes und manche Schrift, Farben, Abstände etc. Vorhaben wie etwa das Anteasern des letzten Beitrags einer Kategorie in der Sidebar, sowie das dann angesagte Ausschließen der entsprechenden Artikel aus dem Hauptloop erforderten dagegen längeres Forschen. Ein normales Text-Widget nimmt z.B. kein PHP, in meinem Fall klappte es auch nicht mit einem entsprechenden Plugin. Also kam der Code doch wieder händisch in die Sidebar, über den Widget-Bereichen. Und Faulheit siegt: ich änderte das direkt in Twentyten, anstatt eine Sidebar fürs „Child“ zu machen (noch denke ich nämlich drüber nach, Twentyten einfach abzuspeckein, um eine übersichtlichere eigene Version zu haben).

Komplizierter neuer Loop

Das Ausschließen der News-Kategorie aus dem Haupt-Loop, der nun noch fehlte, wäre früher ein Kinderspiel gewesen und mit einem zusätzlichen Argument in einem Template-Tag des Loops zu lösen. Nun aber musste ich einen neuen, hoch komplexen und in eine extra Datei ausgelagerten Loop studieren – und als eine, die PHP nicht programmiert, sondern nur hier und da versteht und nutzt (was löschen, was einsetzen/ändern etc.) fand ich einfach keine Stelle, an der ich das auf die alte Art hätte machen können. Zum Glück fand ich bei David Hellman eine Lösung über die Funktions.php (danke!). Funktioniert, aber verdammt, früher war das einfacher… !

Soweit für jetzt. Mal schauen, ob ich bei Twentyten bleibe (schon aus Weiterbildungsgründen) oder zur alten Einfachheit zurück kehre. Mir scheint, ich stoße überall an Verkomplizierungen, die ich nicht wirklich brauche – für Menschen gemacht, die nie händisch gecodet haben und insofern nützlich. Für mich aber nur eine Nerverei, die zudem das System verlangsamt.

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2 Kommentare zu „WordPress: Erste Erfahrungen mit dem neuen Standard-Theme Twentyten“.

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