von Claudia Klinger, 12. März 2010, 14:58

7 WWMAG-Surftipps: Blogdesign, CSS, Menü-Generatoren, Vektor-Bilder, Ideen + eine Warnung

Und außer der Reihe: Ein Blick ins Urzeit-Web: Missing Link Cyberzine - eine Ausstellung (mein erstes Webprojekt von 1996/97 wieder online).

von Claudia Klinger, 10. März 2010, 19:47

Wozu noch Privatheit? Ein Wutanfall.

Ist Privatheit nur noch ein “romantisches Projekt”? Müssen wir uns damit abfinden, uns als Personen von öffentlichem Interesse zu verstehen? Sind alle, denen das nicht passt, unehrliche feige Leute, die nicht zu dem stehen, was sie tun?

Mit Verlaub: die immer öfter vorgetragene Meinung, dass “Offenheit und Ehrlichkeit” so etwas Altertümliches wie PRIVATSPHÄRE überflüssig mache, ist mutwilliges Flachdenkertum, dessen Naivität kaum zu überbieten ist. Erst recht empfinde ich den damit einher gehenden moralischen Zeigefinger als eine grobe Zumutung! Wenn sich das Bewusstsein vieler SocialMedia-Begeisterter so weiter entwickelt, werden bald alle, die noch einen Anspruch auf Privatleben vortragen, als unehrliche Feiglinge gemobbt, die vermutlich finsteren Machenschaften nachgehen und sich nicht trauen, zu dem zu stehen, was sie tun.

Von da aus ist’s dann nur noch ein kleiner Schritt bis zur Pflicht zur 100%igen Transparenz. Und gewiss werden das die Innenministerien der Zukunft SEHR gerne in Gesetze gießen. (Die “schöne neue Welt” von Huxley, wo wenn ich mich recht erinnere auch Vorhänge nicht mehr erlaubt waren, ist dann perfekt). weiter…

von Claudia Klinger, 10. März 2010, 11:48

Wie das Web vor 14 Jahren aussah: Missing Link - die Ausstellung

Kommentare per E-Mail, händisch unter Artikel gesetzt: So funktionierte “Community” in den frühen Jahren des Webs. Ein Blick ins Urzeit-Web, in dem schon vieles ging, was manche als Erfindung der Nuller-Jahre ansehen.

“Der Inhalt ist – trotz postmoderner Verzweiflung – indianisches Gespräch am Lagerfeuer. … Fünfzehn Jahre WEB haben – in my humble opinion – am Beispiel von Missing Link, die Verfallsgeschichte des Fortschritts wiedereinmal exemplarisch vorgeführt: Benjamins Engel der Geschichte und der fortschreitende Verlust der Aura des Kunstwerkes durch die Reproduzierbarkeit.”

So ein Kommentar zur Online-Ausstellung des Cyberzines Missing Link - mein erstes WebMag von 1996. So pessimistisch sehe ich das zwar nicht, doch waren die Anfänge des Webdesigns schon eine etwas abenteuerlichere Angelegenheit als heute. Man nutzte noch den Browser-Backbutton als Navi, orientierte sich an der Struktur von Print-Medien, oder gestaltete auch mal total “hermetische” Seiten, auf denen man nach den Links erst suchen musste. Missing Link war allerdings auch für die damalige Zeit schon recht übersichtlich und versuchte sich an der später per CMS so allgegenwärtigen Portalstruktur.

Missing Link Cyberzine 1996/97

Das “Cyberzine” existierte mehrere Jahre und war recht text-lastig: “händisch” verwebbte Diskussionen über die neue “Welt” im Internet, die man damals noch “Cyberspace” nannte. Man war weitgehend unter sich: Literaten, Künstler, Studenten, Uni-Seiten, erste Experimente kommerzieller Akteure, die schon gleich Kritik auf sich zogen. Witzig, die ersten Eindrücke von damals 14 Jahre später wieder zu lesen - zum Beispiel zum “geistigen Eigentum”:

“Wer aber glaubt, mit einem in der Printwelt entstandenen Gesetzesinstrumentarium im Netz etwas auszurichten, hat die andersartige Struktur des Netzes noch nicht realisiert. Damit ist nicht gemeint, daß es immer einfache Möglichkeiten geben wird, Server außerhalb der Copyright-Staaten zu nutzen, um geklaute oder verbotene Inhalte zu verbreiten. Viel grunderschütternder ist doch die Tatsache, daß es hier gar nicht darum geht, kriminelle Energien im Zaum zu halten, sondern daß die technischen und strukturellen Bedingungen des Web unseren Begriff von (geistigem) Eigentum und Besitz zerbröseln lassen, ja geradezu auf den Kopf stellen. Seiten, auf denen nichts zu holen ist, sind einfach nicht erfolgreich, es ist, als säße man in seiner Wohnung und müßte nach den Dieben rufen: Kommt her und greift zu! “

Der aus heutiger Sicht naiv kultur-optimistische Artikel endet mit dem Satz “Die große Zeit der Massen und Massenmedien geht im Informationszeitalter zu Ende. Sollen wir darüber weinen?” Es wundert eigentlich, dass das “Weinen” so SPÄT angefangen hat und ein Schirrmacher erst 2009 so richtig auf den Putz hauen konnte.

Und hier gehts zur Ausstellung.

von Claudia Klinger, 9. März 2010, 13:28

Über Wertschätzung, Dankbarkeit und gekürzte RSS-Feeds

Zwar zähle ich nicht zu den regelmäßigen Leserinnen des Basic-Thinking-Blogs, doch berührt mich der Streit um das ökonomisch begründete Kürzen der RSS-Feeds durchaus. Die Reaktionen auf den Entzug der Möglichkeit, die Artikel auch fern der BT-Website zu lesen, lassen zwei Lager erkennen, die sich nun gegenseitig beharken:

  • Die einen kündigen den gekürzten Feed und beschweren sich über die Zumutung, mit “einem Mausklick mehr” den Quelle aufsuchen zu sollen: Zu unbequem, zu weit weg vom eigenen “Workflow” - und überhaupt: Infos gibt es doch wie Sand am Meer, was schert uns da der Wunsch, auch Geld mit Werbung zu verdienen?
  • Die anderen finden den Schritt zu gekürzten Feeds ok und prangern den Egoismus der Ersteren an, die auf der Kultur des Kostenlosen beharren und immer nur nehmen, aber nichts geben wollen. Wo bleibt die Dankbarkeit für die ganze Arbeit? Warum gönnt man den Bloggern ihre Werbe-Peanuts nicht?

Klar, dass die Basic-Thinking-Schreiber mit einigem Unmut auf die Kündigungs-Ankündiger reagieren. Bemerkenswert, dass sie gerade dadurch für etliche Leser wieder interessant werden - auch für mich. weiter…

von Claudia Klinger, 7. März 2010, 11:14

7 WWMAG-Surftipps: Web-Debatte, Wordpress, Foto-Tipps, Feminismus und Herzblut

von Claudia Klinger, 26. Februar 2010, 13:13

7 WWMAG-Surftipps: Lokales, Gemeingüter, PubSubHubbub, DMOZ, Wolfsmond, Cloudwriting

Dieses “Format” hat eine zweimonatige Auszeit gehabt. Jetzt geht es wieder los damit. Ich versammle hier Fundsachen, die mich persönlich beeindrucken. Ob in Twitter-Zeiten überhaupt noch jemand liebevoll kommentierte Linklisten lesen mag? Mal schauen…

Los geht’s: