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Hingesurft und toll gefunden:

sagmal.de *Sagmal.de - die Interviewseite mit "Machern" des
World Wide Web.
Robert Herbig nutzt das beliebte "Mail-Interview" auf virtuose Art: bekannte Netizens, Entscheider aus der New Economy, Politiker und engagierte Schauspieler stehen Rede und Antwort über ihr Verhältnis zum Netz:
 
"Die Seite sagmal.de versucht, einen Teil dieser Menschen kennen zu lernen und dabei zu erfahren, welcher innerer Antrieb nötig war, um aus normalen Besuchern des Internet, "Macher" des Internet werden zu lassen."

 
 

 

 

*Digitab - Tableau für Gegenwart ist ein literarisch-philosophisches Webzine für Menschen, die Zeit mitbringen.
 
Das beeindruckende Zusammenspiel zwischen Grafik und Text tröstet darüber hinweg, dass die Navigation zu wünschen übrig läßt: Ein Labyrinth, das mit dem Thema "Entschleunigung" ernst macht! ;-)

 
 

 

 

*westerholt-online.de ist ein Projekt der Webdesigner Ralph und Verena Segert:
 
"Wir wollen Menschen in Westerholt und Umgebung vorstellen, Surftips geben, Bilder zeigen und Geschichte erzählen."
 
Das gelingt den beiden auf stimmungsvolle Weise. Das Segertsche "Lean Design" ist hier zu bewundern, das mit ganz wenig Grafik Atmosphäre schafft. Schön auch die Flash-Diashow
Das Alte Dorf und der Wald


 
 
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Das Dritte Netz

Internet für "die da unten"?

Natürlich muß man nicht alles wörtlich nehmen, was die großen Chefs der großen Acht gelegentlich eines Weltwirtschaftsgipfels zur Verbesserung des Zugangs der "3.Welt" zum Internet Schönes beschliessen.
 
Trotzdem ist es merkwürdig, daß die Charta der globalen Informationsgesellschaft gerade im Internet vielfach mit Hohn überschüttet wurde: Sollen erst mal dafür sorgen, daß die Leute "da unten" genug zu essen haben.

Erster Slum im Internet

Das sieht wie eine notdürftig modernisierte Fassung alter Vorurteile aus. Aber auch in entlegenen Weltgegenden sitzen die Leute heute entschieden öfter vor dem Monitor als auf Bäumen. Mit Ausnahme einiger Katastrophenländer wie Sudan oder Somalia sind selbst die Länder Afrikas, des angeblichen "schwarzen Loches" im Internet, kein uniformer Elendsbrei, sondern in sich sozial hoch differenziert. Da gibt es nicht nur schmale Macht-Eliten, die übrigens zum Teil ziemlich bildungsfeindlich sind, sondern auch einen zahlenmäßig nicht unbedeutenden Mittelstand, dessen Angehörige erkannt haben, welchen Wert Bildung für ihr weiteres Fortkommen hat - und daß ohne Computer und Internet gar nichts mehr geht. Das strahlt bis dahin aus, wo unsere verwöhnten Augen nur noch das Elend wahrnehmen - so zu besichtigen auf der Website des kenjanischen Mji wa Huruma, des "ersten Slums im Internet".
 
Es muß aber nicht gerade Slum sein. Mindestens ebenso aussagekräftig ist ein "ethnischer Server" wie das edo-nation.net. Und ein Blick auf das Angebot des größten Providers in Azerbeidjan mit der schlichten Adresse www.az oder auf die Website der Regionalregierung des mexikanischen Djungel-Staates Chiapas läßt vermuten, daß die Bedeutung des Internets in Ländern mit schwacher Infrastruktur schon heute eher größer ist als bei uns - und das nicht nur für Wirtschaft und Verwaltung. Gerade in Chiapas haben die sozialen Bewegungen - Stichwort "Zapatistas" - das Internet in den letzten Jahren intensiv genutzt, um ihre Position im Inland auszubauen und durch Publizität im Ausland abzusichern. Mit beträchtlichem Erfolg. Das sieht man nicht nur daran, daß es heute kaum noch Katastrophenmeldungen aus Chiapas gibt. Auch die Website der Frente Zapatista muß nicht mehr auf Universitätsservern in den USA rotieren, sondern hat mit zur Frente Zapatistahttp://spin.com.mx/~floresu/FZLN eine ganz reguläre mexikanische Adresse.
 
Ob den Chefs der Großen Acht gerade diese Entwicklung als leuchtendes Beispiel vor Augen stand, ist eher zweifelhaft. Aber dafür, daß die Bedeutung der Kulturtechnik Internet in mancher bitterarmen Weltgegend klarer erkannt wird als hierzulande, lassen sich im Web genug Beispiele finden.

Michael Charlier - Webwriting-Magazin 2/2001


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